Was gut für Erwachsene ist, muss für Kinder noch lange nicht bekömmlich und gesund sein. Wusstest du, dass bereits drei Weinbrandbohnen für ein dreijähriges Kind tödlich sein können? Auch bei Naturheilmitteln kommt es darauf an, wie alt der Empfänger ist. Kinder haben noch keinen voll entwickelten Verdauungsapparat und auch ihr Immunsystem befindet sich noch im Aufbau. Darum geht Information immer vor Verabreichung. In diesem Artikel liest du alles, was du über das Thema „Manuka Honig für Kinder“ wissen musst.

Was ist Manuka Honig?

Zunächst einmal handelt es sich bei Manuka um einen weitestgehend normalen Honig. Das bedeutet: Er wird von Bienen zunächst als Nektar gesammelt und dann im Bau zu Honig umgewandelt. Jedoch ist Manuka ein besonderer Nektar: Er stammt zum größten Teil von der „Südseemyrte“ ab. Diese buschartige Pflanze wächst ursprünglich auf Neuseeland. Deshalb ist Manuka auch ein Maori-Name. Seine Bedeutung ist jedoch nicht ganz eindeutig geklärt.

Wirksamkeit von Manuka

Manuka ist vor allem wegen seiner heilenden Kräfte bekannt. Die Ureinwohner Neuseelands wissen dies schon seit Jahrhunderten. Die europäischen Neusiedler wurden auf die Heilkraft dieses Naturprodukts bald nach der Entdeckung der abgelegenen Insel aufmerksam. Tatsächlich war es ein Mitreisender von James Cook, dem Entdecker Neuseelands, persönlich, dem die Heilkraft des Honigs auffiel. Joseph Banks war Botaniker und dem entsprechend neugierig auf alle neuen Pflanzen, die ihm auf seinen Reisen mit dem berühmten Kapitän auffielen. Bei Manuka konnte er sogar selbst Zeuge davon werden, wie die Maori mit diesem Heilmittel die unterschiedlichsten Krankheiten bekämpfen konnten.

Die Wirksamkeit von Manuka liegt in den ätherischen Ölen und einigen, noch nicht vollständig erforschten Inhaltsstoffen. Diese sind jedoch so wirksam, dass Manuka sogar als Zahnpasta verwendet werden kann. Trotz des hohen Anteils an Zucker ist seine antibakterielle Wirkung so groß, dass er selbst gegen Karies hilft.

Wofür wird Manuka angewendet?

Manuka eignet sich für die innere und für die äußere Anwendung. Für Magen- und Darm Beschwerden, Erkältungen oder anderen Infektionen nimmt man ihn pur oder in einer verdünnten Form ein. Äußerlich kann man mit ihm Wunden und Entzündungen auf der Haut behandeln. Die Heilwirkung beschleunigt sich durch die Zugabe von Manuka erheblich. Der Naturwirkstoff gehört zu den wenigen Vertretern seiner Art, der selbst von der Schulmedizin anerkannt wird. Tatsächlich ist „Medihoney“, also medizinischer Honig, ein Produkt, das zum großen Teil aus Manuka besteht. Doch wie bei allen Arzneimitteln ist Vorsicht geboten, denn auch Manuka-Honig kann Nebenwirkungen haben.

Honig und Babys

Honig gehört bis zum Alter von mindestens sechs bis zwölf Monaten nicht in den Mund von einem Baby. Es ist tatsächlich so, dass der Honig zu schweren Erkrankungen führen kann, die sich besonders bei Babys und Kleinkindern nur sehr schwer behandeln lassen. Das Problem, besonders bei Honig, ist, dass er grundsätzlich immer geringe Mengen der Botulin-Bakterien enthalten kann. Ab ca. einem Jahr ist das Verdauungs- und Immunsystem von einem Menschen so weit gereift, dass es mit den Sporen gut zurecht kommt. Jüngere Menschen können jedoch durch eine zu frühe Vergabe von Honig an Botulismus erkranken – und das ist wirklich eine schlimme Krankheit.

 

Botulin und Botox – kein Zufall

Botulin ist ein Giftstoff, welcher vom Bakterium „Clostridium botulinum“ gebildet wird. Es setzt sich vor allem in verderbenden Lebensmitteln, vor allem Fleisch, fest. Darum wird der „Botulismus“ auch als „Fleischvergiftung“ bezeichnet.

Botulin ist jedoch eines der hoch wirksamsten Gifte überhaupt. Mit einem einzigen Esslöffel voll Botulin kann man 5000 Menschen eine tödliche Vergiftung zufügen. Dieses extrem potente Gift ist so wirksam, dass es sogar seinerseits in der Medizin zur Anwendung kommt: Die berühmt-berüchtigten Botox-Behandlungen nutzen die Potenz des Giftes aus. Es wird in einer extrem hohen Verdünnung unter die Haut gespritzt. Dort lähmt es die unmittelbar darunter liegenden Muskeln und glättet so die Falten. In der Schönheitsindustrie ist die Botox-Behandlung daher schon lange etabliert. Jedoch kommen die versteinerten Gesichter der Behandelten nicht von Ungefähr. Das Botulin ist auch in der extrem verdünnten Form schwer zu dosieren, so dass es zu diesen Nebeneffekten kommen kann.

Dieser Exkurs sollte verdeutlichen, wie gefährlich die sorglose Vergabe von Honig an Säuglinge werden kann. Bei diesen kann sich das Botulin-Bakterium im Darm fest setzen und von dort aus zu den berüchtigten Nebenerscheinungen sorgen. Um es auf den Punkt zu bringen: Bei Babys endet eine Botulin-Vergiftung meistens tödlich.

 

Manuka ist doch antibakteriell?

Es ist tatsächlich so, dass das Risiko, durch Manuka-Honig an Botulismus zu erkranken extrem gering ist. Ist das „Clostridium botulinum“ auch in normalem Honig bereits recht selten, kommt es im Manuka-Honig noch seltener vor. Dennoch: Nachgewiesen wurde die böse Spore auch schon in diesem Naturheil-Honig. Darum sollte auch für dieses beliebte Naturheilmittel das Gleiche gelten, wie für jeden anderen Honig auch: Kinder unter einem Jahr bekommen ihn nicht – Punktum.

Der bessere Hustensaft

Ist das Kind aber alt genug, kann Manuka-Honig sorgenfrei an Kinder verabreicht werden. Der enorme Vorteil von diesem nicht-chemischen Naturheilmittel ist, dass es keine Nebenwirkungen hat. Bei klassischem Hustensaft ist das immer noch so eine Sache: Zwar sind die mit Opiaten versetzten Hustensäfte inzwischen verboten. Dennoch sind die handelsüblichen Mittel immer noch nicht ganz frei von Nebenwirkungen und von Suchtpotenzial. Zwei Teelöffel Manuka-Honig im warmen Wasser aufgelöst erzielen aber die gleiche Wirkung wie Hustensaft. Darum ist dieser Weg für Kinder sicherer, bekömmlicher und vor allem wohlschmeckender.

Bei Magen-Darm-Beschwerden

Ein Durchfall ist bei Kindern eine besonders unangenehme Sache. Die kleinen Körper zehren schnell aus. Vor allem der Verlust an Flüssigkeit kann Kindern schnell Probleme bereiten: Die „Exikose“, also das innere Austrocknen des Körpers, kann für Kinder ebenfalls ernste Folgen haben. Darum sollte man Magen-Darm-Beschwerden bei Kindern immer sehr ernst nehmen. Auch hier kann Manuka-Honig schnell helfen. Seine antibakterielle Wirkung greift die Keime im Bauch des Kindes schnell an. Außerdem versorgt der Zucker im Honig das Kind mit der notwendigen Energie. Und das Beste ist: Auch diese Behandlung ist frei von Nebenwirkungen für das Kind.

Bei Kratzern und Hautproblemen

Manuka Honig kann auch bei Kindern zur äußerlichen Anwendung gegeben werden. Wenn sich ein Pilz oder eine Flechte fest gesetzt hat, kann ein Bestreichen mit dem puren Honig schnell Linderung verschaffen. Der Honig wird aufgestrichen und mit einem Verband bedeckt. Verband und Wundauftrag müssen aber drei bis vier Mal täglich gewechselt werden, sonst sammeln sich Hautpartikel und Schmutz im Honig an. Ohne Verband lässt man ihn ca. 20 Minuten lang einziehen, dann wird er gründlich abgewaschen. Der Vorteil bei der Vergabe von Manuka Honig auf der Haut ist, dass dafür der preiswerte MGO 100 Honig ausreicht. Bei äußerlicher Anwendung ist Manuka Honig für Kinder vollkommen ungefährlich.

Manuka ist nicht gleich Manuka

Die Wirksamkeit von Manuka-Honig hängt von seinem Gehalt an Methylglyoxal ab. Dies ist der nachgewiesene Wirkstoff, welcher für die heilende Wirkung von Manuka verantwortlich ist. Ganz erforscht ist sein Effekt auf die Bakterien noch nicht. Man weiß aber, dass die Bakterien keine Resistenzen gegen Methylglyoxal entwickeln können. Darum wirkt Manuka auch bei Bakterien, bei denen die meisten Antibiotika bereits wirkungslos geworden sind. Je höher der Gehalt an Methylglyoxal ist, desto wirkungsvoller ist der Manuka-Honig auch.

Damit die Verbraucher einen guten Überblick über das Heilmittel bekommen, wurde die sogenannte UMF-Skala eingeführt. Die Abkürzung „MGO“ steht für die tatsächliche Konzentration von Methylglyoxal im Honig. Sie kann exakt bestimmt werden, unterliegt aber starken Schwankungen.

Darum wurden Grenzwerte festgelegt, in denen sich die einzelnen Sorten von Manuka-Honig eindeutig klassifizieren lassen. Die Grundlage bildet der Mindestwert von 83 mg Methylglyoxal in einem Kilogramm Honig. Dieser Honig wird mit „UMF 5+“ klassifiziert. Der stärkste Manuka-Honig hat die Einstufung „UMF 25+“ mit einem Gehalt von Methylglyoxal von 1.200 mg pro Kilogramm Honig.

Viel hilft viel, auch bei Kindern?

Hier muss ganz klar gesagt werden: Kinder und Jugendliche vertragen Manuka-Honig nur in der leichtesten bis mittleren Einstufung. Wenn nur hoch dosierter Manuka-Honig zur Verfügung steht, sollte er entsprechend zur Verabreichung an Kinder verdünnt werden. Bis zum Ende der Pubertät kann das hoch dosierte Methylglyoxal bei Kindern Magenbeschwerden auslösen. Gefährlich ist es nicht, jedoch muss hier darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dem Wirkstoff um einen anerkanntes Therapeutikum handelt. Da sollte man immer auf die Dosierung achten.

Wie Manuka Honig Kindern und Jugendlichen verabreichen?

Bis zu einem UMF von 10 kann Manuka auch bei Jugendlichen kaum überdosiert werden. Ab UMF 15 sind folgende Zubereitungen empfohlen:

  • Erkältungen, Bronchitis und Husten: 3-4x am Tag einen Teelöffel Honig mit UMF 15-20 pur lutschen. Der Handel bietet auch Lutschbonbons an, da ist die Dosierung einfacher. Wie bei jeder Erkältung, sollten die Kinder viel trinken um den Schleim auszuspülen. Dazu eignet sich Tee, den man ebenfalls mit einem Teelöffel Manuka-Honig pro Tasse süßen kann. 
  • Durchfall: 3-4x am Tag einen Teelöffel Manuka Honig mit UMF 15-20 schlucken. Anschließend mit viel Wasser oder Tee nachspülen. Das reinigt das Verdauungssystem von innen. 

Im Zweifelsfall auf Medihoney setzen

Wenn dir das Herumrechnen mit den UMF und MGO Werten zu kompliziert ist, dann nimm einfach den eigens für Kinder entwickelten „Medihoney“. Dabei handelt es sich ebenfalls um Manuka-Honig, der noch um einige Zusätze angereichert wurde. Damit bist du bei der Vergabe von diesem hoch wirksamen Naturheilmittel an Kinder immer auf der sicheren Seite. Und der größte Vorteil von Medihoney bzw. Manuka Honig: Er schmeckt. Du sparst dir damit die Quengelei und Widerstände bei Kindern, dass sie auch wirklich ihre Medizin annehmen.

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